Wie strukturierte Kommunikation den Klinikalltag erleichtert

17.09.2019
Übergabesituation im Dienstzimmer einer klinischen Station.

Um Missverständnisse im Klinik- und Heimalltag zu vermeiden, nutzt DR. FONTHEIM in Liebenburg bei Übergaben und in Notfallsituationen einen strukturierten Gesprächsleitfaden. Das so genannte SBAR-Tool sorgt für eine sichere Informationsweitergabe zwischen Ärzten und Pflegenden.

Das Unternehmen DR. FONTHEIM gilt als führendes deutsches Pilothaus für die Erprobung von SBAR in der Psychiatrie. Dr. Stefan Pilz, Leiter Organisationsentwicklung und Qualitätsmanagement, leitet die Arbeitsgruppe „Kommunikation in Qualitäts- und Risikomanagement“ der GQMG (Gesellschaft für Qualitätsmanagement in der Gesundheitsversorgung), die es sich zur Aufgabe gemacht hat, einfache, wissenschaftlich belegte Arbeitshilfen für Kommunikation in Deutschland bekannt zu machen.

„Eine strukturierte und fokussierte Kommunikation unterstützt die fehlerfreie Weitergabe von Informationen erheblich“, so Dr. Pilz. Die vereinheitlichte Kommunikation erleichtert die Ablaufprozesse und kann dadurch unerwünschte kritische Situationen minimieren. Die Buchstaben SBAR stehen abgekürzt für vier Aspekte der Informationsweitergabe

S = Situation: Was ist passiert?

B = Background / Hintergrund: Was ist die Vorgeschichte?

A = Assessment / Einschätzung: Was ist vermutlich das Problem?

R = Recommendation / Empfehlung: Was ist zu tun?

 

In folgendem Beispiel informiert eine Gesundheits- und Krankenpflegerin den diensthabenden Arzt nach SBAR.

S: Hallo, hier spricht Anne Meier. Ich arbeite auf Station 7 und versorge den Patienten Hrn. K. Er hat sich oberflächliche Schnittwunden an beiden Unterarmen zugefügt und berichtet über Suizidgedanken.
B: Hr. K. ist 38 Jahre alt und hier in Behandlung wegen einer Depression und einer Posttraumatischen Belastungsstörung. Heute Nachmittag war die Schwester zu einem Gespräch. Danach war der Patient sehr angespannt.
A: Die Schnittwunden sind versorgt, der Patient ist aber weiterhin latent suizidal.
R: Es wäre gut, wenn Sie ihn sich in Kürze einmal ansehen und mit ihm sprechen könnten.


Insgesamt dauert die Übergabe eines Patienten dadurch nicht länger als sonst auch, „aber die Informationen selbst sind deutlich strukturierter und klarer als zuvor“, so Dr. Pilz weiter.

Das Schema lässt sich auf unterschiedliche klinische Fächer und ortstypische Gegebenheiten anpassen. Nähere Erläuterungen gibt es unter www.gqmg.de/downloads

SBAR wurde 2016 auf den klinischen Stationen eingeführt, dann im Pflegeheim und nun soll es auch in der Eingliederungshilfe Anwendung finden. Die Arbeitshilfe ist eines von etlichen Instrumenten und Routinen des klinischen Risikomanagements, welches, dank einer guten Vertrauenskultur im Unternehmen DR. FONTHEIM, Anwendung findet – und das nicht nur anlässlich des weltweiten Tages der Patientensicherheit, sondern tagtäglich.

 

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